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Neue Ideen für Kreischa

Herausfordernde Zeiten gut genutzt

Ein Bericht von Frieder Zimmermann

Liebe Kreischaer,

wie Sie sich sicher vorstellen können, waren auch für unsere Initiative die letzten beiden Monate eine herausfordernde Zeit, und obwohl wir zwei runde Tische absagen mussten, haben wir die Zwangspause u.a. genutzt, um Ideen voranzubringen, die ich hier kurz beschreiben möchte.

Mitfahrbank – enkeltaugliche Mobilität

Beim letzten runden Tisch im März haben wir über das Thema Mobilität gesprochen und uns das Projekt Mitfahrbänke, was bei der Zukunftskonferenz eine der Ideen hin zu einer enkeltauglichen Mobilität war, vorgenommen. Die Mitahrbank ist eine Möglichkeit, den Individualverkehr zu reduzieren und die Kommunikation in der Gemeinde zu verbessern.

Das Prinzip ist letztlich einfach: Es gibt eine gewisse Anzahl dieser speziell gestalteten Mitfahrbänke an ausgewählten Orten in der Gemeinde, und es gibt eine Vereinbarung für Mitnehmende und Mitfahrende. Wer dort sitzt, möchte mitgenommen werden & wer daran vorbeifährt, schaut, ob da jemand ist, den man mitnehmen kann. Es gibt dazu sehr unterschiedliche Erfahrungswerte in Deutschland, in einigen Gemeinden funktioniert das Konzept wunderbar, in anderen wieder gar nicht. Um die Mitfahrbänke zu realisieren, brauchen wir Bürger, die dafür ein kleines Stück Privatgrund zur Verfügung stellen, wir brauchen Firmen, die die Bänke bauen und das möglichst in Form eines Sponsorings oder als Werbeträger. Vor allem aber brauchen wir Nutzer, die das Angebot wahrnehmen.

Und die Hauptfrage ist, ob wir wirklich ein Potential in der Gemeinde haben, dass die Bänke auch genutzt werden. Um diese Frage zu beantworten, werden wir ein paar Aktionen starten. Wir möchten auf das Projekt aufmerksam machen und den Bedarf evaluieren.

Altes Handwerk

Eine zweite Projektidee, die Vorstellung alter Handwerkstechniken auf dem Jahrmarkt, hängt vorrangig ab von der Entscheidung, ob es in diesem Jahr überhaupt einen Jahrmarkt geben wird. Da diese Entscheidung erst Mitte Juni getroffen wird, werden wir erst danach mit der Organisation beginnen können. Falls dazu aber schon jetzt jemand Vorschläge machen kann, sind wir dafür sehr offen.

Wir suchen Leute, die sensen und dengeln können, spinnen, weben, töpfern und was Ihnen sonst noch einfällt. Schreiben Sie uns, welches alte Handwerk Sie zeigen können!

Wilde Wiesen

Drittens liegt uns das Projekt „Wildwiesenmanagement“ am Herzen. Wir versuchen, ein Forschungsprojekt zusammen mit der HTW Dresden und/oder der Grünen Liga ins Leben zu rufen. Konkret wollen wir Tierhalter und Eigentümer brachliegender Acker- oder Gartenflächen gewinnen, bei einer Kurzbeweidung durch unterschiedliche Tierarten zusammenzuarbeiten. Die Kurzbeweidung hat den Vorteil, dass die Weiden nicht so lange genutzt werden, bis nichts mehr wächst, sondern, der Natur nachempfunden, die Pflanzen in ihrem Wachstum so anregen, dass auch seltene Wildblumen eine Chance haben und vor allem, dass Humus aufgebaut wird.

Dazu sind wir im Gespräch und haben erste Flächen zugesichert bekommen. Wenn Sie beim Lesen denken „Da hätte ich was anzubieten“, bitte melden Sie sich bei uns.

Permakultur

Schließlich ist das vierte geplante Projekt die Arbeitsgruppe Permakultur. Wir wollen in der Gemeinde an unterschiedlichen Standorten, hauptsächlich auf privaten Grundstücken, Permakultur etablieren.

Thomas Noack, der Permakultur-Beauftragte der befreundeten Gemeinde Nebelschütz wird dafür zu uns kommen und mit einer Gruppe ganz praktisch Permakulturbeete anlegen. In diesem Projekt soll Wissen vermittelt werden und gleichzeitig zum gemeinsamen Tun angeregt werden. Wir freuen uns sehr darauf und auch hier gilt: Melden Sie sich bei uns, wenn Sie mitmachen wollen. Der erste Termin dafür wird Samstag, der 4.7.2020 zwischen 14 und 18 Uhr sein. Den Ort geben wir noch bekannt.

10 Thesen zur Nachhaltigkeit

Die Corona-Zeit, der Lockdown hat in unserem Land vieles verändert und neben neuen, schwierigen Situationen im beruflichen Bereich und bei der Kinderbetreuung zumindest in unseren Augen auch neue Chancen hervorgebracht, etablierte Sichtweisen zu überdenken und neue Schritte in Betracht zu ziehen. Wir möchten die Gelegenheit nutzen, auf die 10 Thesen hinzuweisen, die der Verein für Nachhaltigkeit dazu veröffentlicht hat.

These 1: Die Krise für Aufbruch und Umbruch nutzen

These 2: Globalisierung achtsam gestalten

These 3: Den Staat als Zukunftsagentur ausbauen

These 4: In der Krise mit langfristiger Perspektive planen

These 5: Natur nutzen und Natur schützen

These 6: Neu über Werte nachdenken

These 7: Öffentliche Güter schützen

These 8: Wissen und Wissenschaft wertschätzen

These 9: Resilienz erhöhen

These 10: Neues Wohlstandsmodell wagen

Wir finden sie richtig und sehr notwendig. Mehr dazu auf der Website des Vereins.

Ausblick

Wir hoffen, dass im Juni ein runder Tisch stattfinden kann und werden den Termin so bald wie möglich auf unserer Homepage www.zukunft-kreischa.de veröffentlichen. Kommen Sie dazu und bringen Sie Ideen mit, wie Kreischa in eine enkeltaugliche Gemeinde verwandelt werden kann. Wir freuen uns auf Sie!